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Der Wunsch, Indianer zu werden Vox Humana Kann Heidi brauchen, was es gelernt hat? Die Verschollenen Lauffeuer Taler, Taler du musst... vis-à-vis

Lauffeuer

LEO DICK/ANNEKATRIN KLEIN

Der Begriff "Lauffeuer" stammt aus dem 17. Jahrhundert. Man bezeichnete damit ursprünglich eine Spur aus Schieß- oder Schwarzpulver, die man zur Fernzündung einer Sprengladung anzündete. Daraus leitete sich die heutige sprichwörtliche Übertragung ab: Etwas, z.B. eine Nachricht oder ein Gerücht, verbreitet sich wie ein Lauffeuer, d.h. systematisch und rasend schnell.
Für die formale Gestaltung unserer Klangaktion im Rahmen von ‚Stadtklang’ Oldenburg wollen wir uns diese Metapher zu eigen machen: Von einem Anfangspunkt ausgehend breitet sich Klang aus und erobert sich in Windeseile einen weiten Raum. In einem gemeinsamen Zug führt eine Blaskapelle das Publikum vom Staatstheater an den Rand der Oldenburger Innenstadt, wo die unterschiedlichsten Musikformationen vom Kinderchor bis zum Sinfonieorchester weiträumig verteilt Position bezogen haben. Die Kapelle schickt kurze Rufe, Signale, klangliche ‚Funken’ in die Stadt, nacheinander antworten die Formationen, geben die Signale weiter und setzen sich währenddessen in Bewegung durch die Strassen. Begegnen sich zwei oder mehr Formationen, verdichten sich die Klangfunken, aus den kurzen Rufen wird ein musikalisches Kontinuum, die Funken steigern sich klangmalerisch zum aufflackernden Feuer, das wieder erlischt, wenn sich die Ensembles voneinander entfernen. Im grossen Finale treffen sämtliche Gruppen vor dem Theater zusammen und entzünden gemeinsam einen klanglichen Flächenbrand, in den schliesslich auch das Publikum mit einfachen musikalischen Aufgaben mit einbezogen wird.

© The Author | Online seit: 25.03.2010, 20:38:01